CNT Call Manager

Infrastrukturanforderungen

Hybride TK-Anlagen, die den SIP-Standard (Session Initiation Protocoll) für die interne (SIP-Endgeräte) oder externe (SIP-Trunk) Kommunikation verwenden, bringen die Herausforderungen moderner Voice over IP-Technologien mit sich. Wird Sprache über Datennetze übertragen, stellt die Telefonie als Echtzeit-Applikation besondere Anforderungen an die Infrastruktur. Zu prüfen sind die Verfügbarkeit alternativer Codecs und die Realisierung der Verschlüsselung. Codecs entscheiden über Sprachqualität und Bandbreitenbedarf. Fehlende Verschlüsselungsmechanismen können hohen Aufwand und große Hürden durch zusätzlich notwendige VPN-Technologien nach sich ziehen.

Kompatibilität mit SIP-Providern

Während der SIP-Trunk bei virtuellen Telefonanlagen in der Regel integraler Bestandteil einer Gesamtlösung ist, müssen hybride TK-Anlagen auf Kompatibilität mit dem SIP-Provider überprüft werden. Probleme entstehen häufig bereits bei der Kopplung zwischen TK-Anlage und SIP-Trunk oder auch bei der Rufnummernsignalisierung. Für eine zuverlässige Fax-Übertragung ist die Unterstützung des T.38-Standards eine zwingende Voraussetzung. Dies gilt sowohl für die TK-Anlage, als auch für den SIP-Trunk. Der SIP-Provider muss hierzu die T.38-Kompatibilität für seine gesamte SIP-Infrastruktur zwischen TK-Anlage und öffentlichem Telefonnetz sicherstellen.

Kompatibilität mit SIP-Endgeräten

Hybride TK-Anlagen unterstützen zwar grundsätzlich die Anbindung von SIP-kompatiblen Endgeräten, in der Praxis kommen jedoch häufig nur die proprietären Telefone des Herstellers in Betracht. Sollen die Funktionalitäten der Anlage genutzt werden, stehen diese bei hybriden TK-Anlagen nur den Systemtelefonen in vollem Umfang zur Verfügung.

Herstellerabhängigkeit

Im Hinblick auf die eingeschänkte Kompatibilität mit SIP-Endgeräten besteht eine faktische Abhängigkeit bei der Auswahl der Telefone und damit eine Einschränkung auf das Portfolio eines Herstellers. Jede Skalierung, die anlagenseitig neue Baugruppen erfordert, zwingt zu Investitionen in das proprietäre System des Herstellers. Updates und End-of-Life-Termine folgen den Innovationszyklen des Herstellers.

Systembedingte Einschränkungen

Die lokale Installation von hybriden TK-Anlagen weist gegenüber einer virtuellen Telefonanlage systembedingte Einschränkungen auf. Kritisch zu untersuchen sind die standortübergreifende Kopplung, die mobile Nutzung und die für die Ausfallsicherheit entscheidende Redundanz.