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Sprach- und Verbindungsqualität

DECT zeichnet sich aus durch eine hohe Sprach- und Verbindungsqualität. Hierzu sendet ein DECT-Handset stets auf mehreren Frequenzen zu verschiedenen Basisstationen und ist unanfällig für Bewegungen innerhalb des Funknetzes. In WLAN-Netzen muss hingegen mit Störeinflüssen und Kollisionen durch andere Geräte gerechnet werden. Starke WLAN-Nutzung kann sogar Abbrüche von Sprachverbindungen zur Folge haben. Bewegungen von WLAN-Endgeräten führen zu veränderten Paketlaufzeiten (Jitter) und damit zu hörbaren Qualitätseinbußen.

Roaming

Professionelle DECT-Multi-cell-Lösungen ermöglichen die Synchronisation der Basisstationen über eine LAN-Verbindung. Auf diese Weise kann ein DECT-Handset zwischen Basisstationen wechseln (Roaming), auch wenn diese untereinander über keine Funkverbindung verfügen. Dies ermöglicht Roaming in Aufzügen, Treppenhäusern und zwischen Brandschutzbereichen. WLAN-Access-Points, die sich via Funk synchronisieren, führen zu Einschränkungen beim Roaming und einem Verlust an Funkbandbreite, die für die Synchronisation benötigt wird.

Frequenztechnische Eignung

Während DECT über ein eigenes Frequenzband mit 120 überlappungsfreien Kanälen für eine exklusive Nutzung für die Sprachübertragung verfügt, teilen sich WLAN-Endgeräte lediglich zwei überlappungsfreie Kanäle mit allen anderen verbundenen Geräten (z.B. Laptops, Tablets, Kommisionierungssysteme). Darüber hinaus können bei WLAN Störeinflüsse durch Frequenzüberschneidungen mit anderen Standards (z.B. Bluetooth) entstehen.

Betriebsdauer von Endgeräten

Ein einfacher, in der Praxis jedoch gravierender Aspekt ist die Betriebsdauer der Endgeräte. Moderne DECT-Handsets weisen Akkulaufzeiten auf von bis zu einer Woche im Standby-Modus. Die Betriebsdauer von WLAN-Endgeräten beträgt in der Regel nur wenige Stunden. Bei intensiver Nutzung ist ein mehrmaliges Aufladen während eines Arbeitstages erforderlich.

Infrastrukturanforderungen und -eigenschaften

Moderne DECT-Lösungen erfordern eine vergleichsweise geringe Anzahl an DECT-Basisstationen. Höhere Sendereichweiten und die Synchonisation via LAN ermöglichen nachhaltige Einsparungen. Je nach Topologie können 50 Prozent gegenüber der Anzahl erforderlicher WLAN-Access-Points eingespart werden. In Außenbereichen ermöglichen DECT-Antennen mit hohen Reichweiten die Überbrückung größerer Distanzen. Die Nutzung bereits vorhandener WLAN-Netze bietet häufig keinen wirtschaftlichen Vorteil, wenn der Ausbau durch Bandbreitenenpässe erforderlich wird.

Investitionsschutz

DECT-Infrastruktur verfügt über einen Lebenszyklus von circa zehn Jahren, erlaubt den parallelen Einsatz älterer und neuer DECT-Handsets und ermöglicht Aktualisierung durch Software-Updates. WLAN wies in der Vergangenheit alle zwei bis drei Jahre eine Veränderung von Standards auf. Gleichzeitig gilt, dass das älteste WLAN-Endgerät den Standard für alle WLAN-Access-Points bestimmt. Updates in WLAN-Access-Points erfordern häufig den Wechsel von Chipsätzen.